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Feuerlöscher - klein in der Größe aber groß in der Wirkung

Der Feuerlöscher ist ein tragbares Kleinlöschgerät, welches sich aufgrund des geringen Eigengewichts und der jeweiligen Löschmittel gut für die Bekämpfung von Klein-und Entstehungsbränden eignet. Durch ihre weite Verbreitung sind Feuerlöscher so zu handhaben, dass sie auch von Personen ohne besondere Ausbildung bedient werden können.

Zu finden sind sie z. B. in:

  • Produktionshallen
  • Supermärkten
  • öffentlichen & privaten Gebäuden
  • Land-, Wasser-und Luftfahrzeugen
  • und an vielen anderen Orten

 

Feuerlöscher unterscheidet man nach:

  • der Löschergröße und dem Gewicht (Füllmenge)
  • der Art des eingesetzten Löschmittels
  • dem Aufbau und der Funktion
  • der Art des eingesetzten Treibmittels
  • der entsprechenden Eignung für eine oder mehrere Brandklassen 

Einsatzzweck

 

 

Feuerlöscher dienen der Brandbekämpfung und sollen dabei jeweils entweder eine erstickende oder kühlende Wirkung erreichen. Wie bereits erwähnt eigenen sie sich sehr gut für Klein-und Entstehungsbrände, sie stellen aber auch den Brandschutz, z. B. in Gebäuden, Fahrzeugen oder auch bei einem technischen Hilfeleistungseinsatz der Feuerwehr, sicher. 

Spezifikationen

In Europa findet man Feuerlöscher von 1 kg bis 12 kg Gewicht auf dem Markt. Feuerwehren benutzen oftmals auch größere Ausführungen für bestimmte Einsatzzwecke. Feuerlöscher werden in Europa nach der DIN-Norm "EN3" zugelassen. 

Feuerlöscher sind den verschiedenen Brandklassen entsprechend angepasst mit Lösch-und Treibmitteln ausgestattet. 

Die verschiedenen Löschpulver basieren meist auf der Basis von chemisch aufbearbeiteten Salzen, die unter anderem nach einiger Zeit Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft entziehen und daher nach maximal 25 Jahren ausgetauscht werden müssen. 

Der richtige Feuerlöscher wird nach sogenannten "Löscheinheiten" für die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten (auch oft mehrfach) ausgewählt. In diesen Löscheinheiten sind unter anderem Gefahren(schwer-)punkte, wie der Aufbau der Örtlichkeit oder die Lagerung von speziellen Stoffen, mit einbezogen. 

Brandklassen

(Die Haken verdeutlichen, in welcher Brandklasse der jeweilige Löscher wirklich effektiv eingesetzt werden kann)

 

ABC-Pulverlöscher eignen sich für fast alle gängigen Klein-und Entstehungsbrände. Das Löschpulver ist dafür ein effektives Bekämpfungsmittel. Nachteile sind jedoch die späteren Rückstände. Weitere Löschmittel sind Wasser und Schaum.

 

BC-Pulverlöscher sind spezielle Löscher für Flüssigkeits-und Gasbrände. Die Feuerwehr setzt bei solchen Bränden auch Schaum ein. 

 

D-Pulverlöscher sind nur für die Bekämpfung von Metallbränden geeignet. Sie enthalten ein spezielles Metallbrandpulver. Vor allem trockene Löschmittel, wie z. B. Sand oder Zement, eignen sich sehr gut für die Bekämpfung von Metallbränden.

 

Schaum-und Wasserlöscher werden meist nur für Brände von festen oder flüssigen/ flüssig werdenden Stoffen eingesetzt und sind auch nicht so häufig vorzufinden. 

 

Kohlendioxidlöscher haben einen großen Vorteil: Sie hinterlassen keine Schäden, wie z. B. bei Pulver-oder Wasserlöschern. Sie finden sich oft in Räumen mit angeschlossenen Serverschränken (Computerräume) und an anderen elektrischen Anlagen. Bei einem Brand verbrennen zwar Teile der Installationen, jedoch entsteht kein Schaden durch Löschmittel, da Kohlendioxid ein reines Gasgemisch ist, was dem Feuer lediglich den Sauerstoff entzieht und es somit erstickt.

 

Fettbrandlöscher gehören zu einer neuen aufstrebenden Generation an Feuerlöschern. Sie sind besonders in Küchen oder chemischen Anlagen zu finden. 

 

Als Treibmittel kommen meist Luft, Argon, Kohlendioxid, Helium oder Sickstoff zum Einsatz. 

!!! WICHTIGE HINWEISE !!!

BEKÄMPFEN SIE NIEMALS METALLBRÄNDE MIT WASSER! 

Bei dem Kontakt von brennenden Metallen mit Wasser entsteht explosionsfähiger Wasserstoff, der schwerwiegende Explosionen hervorrufen kann!

 

BEKÄMPFEN SIE NIEMALS FETTBRÄNDE MIT WASSER!

Bei der Bekämpfung von brennendem Fetten oder Ölen mit Wasser kommt es sonst nämlich zu einer Fettbrandexplosion.

Wenn Wasser mit brennendem Öl oder Fett in Kontakt kommt, entsteht dabei eine riesige Stichflamme.

Das kommt daher, da Wasser ab 100 °C zu Wasserdampft verdampft (1 l Wasser = ca. 1700 l Wasserdampf) und die hohe Temperatur des Fetts/Öls eine so schlagartige verdampfende Wirkung zeigt, dass sofort eine riesige Menge an Wasserdampf entsteht, der bei seiner Ausbreitung noch kleine brennende Fettteilchen mitreißt und so eine riesige Stichflamme erzeugt. 

 

BEKÄMPFEN SIE NIEMALS BRÄNDE AN GASLEITUNGEN!

Bei Bränden an Gasleitungen sollte man keine selbstständigen Bekämpfungsmaßnahmen einleiten, da man nach dem Löschen der Flammen kein austretendes Gas mehr wahrnehmen kann! Wenn sich der Raum mit bestimmten Gasen, z. B. Erdgas, füllen würde, könnte es bei einer zu schnellen Sauerstoffzufuhr, z. B. durch das Öffnen von Fenstern oder Türen, zu einer Entzündung des unter Druck stehenden Gases kommen!

 

GASGERUCH

Erdgas ist ein natürlich entstandenes, farbloses, brennbares und geruchloses Gasgemisch. Für den häuslichen Gebrauch wird deshalb ein spezieller "Warnduft" beigemischt, der ein Austreten wahrnehmbar machen soll. Der Geruch ähnelt oft dem von faulen Eiern, wodurch auch schon geringste Undichtigkeiten wahrgenommen werden können. 

Wenn sie einmal solch einen Geruch (z. B. auf der Straße oder zu Hause) wahrnehmen sollten: 

  • öffnen Sie alle Fenster und Türen / sorgen sie für einen Durchzug
  • vermeiden sie ein offenes Feuer
  • betätigen Sie keine elektrischen Schalter, Klingeln oder Telefone
  • warnen Sie Nachbarn und gegebenfalls Hausbewohner 
  • alarmieren Sie umgehend die Feuerwehr oder den Notdienst Ihres Gaslieferanten von einem unabhängigen Telefonanschluss

Aufbau und Funktionsweise

Im Löschmittelbehälter befindet sich bis zu einem bestimmten Füllstand das jeweilige Löschmittel In einer entweder innen-oder außenliegenden Treibgaspatrone/-flasche befindet sich das jeweilige Treibmittel unter hohem Druck (ca. 200 Bar) verdichtet. 

Soll der Feuerlöscher in Betreib genommen werden, wird bei einer innenliegenden Treibgaspatrone ein Bolzen durch einen Schlagknopf in die Patrone hinein gedrückt.

Dadurch kann das Treibmittel durch das sogennante Treibrohr in das Löschmittel eindringen. Nun steht der Löschmittelbehälter unter Druck. 

Wird durch den Bediener jetzt das Druckhebelventil am Ende des Austrittschlauchs gedrückt, schießt das Gemisch aus Löschmittel und Treibgas durch ein Steigrohr und den Schlauch nach außen. Bei einem Pulverlöscher wird dadurch eine ca. 3 bis 5 Meter lange Pulverwolke erzeugt. 

Bei Löscher mit einer außenliegenden Treibgasflasche läuft der gleiche Vorgang wie oben beschrieben ab. Hier wird lediglich das Treibgas aus der Flasche über ein Handrad in den Löscher gelassen. 

Die richtige Benutzung

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