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Verhalten bei einem Brand

 

Keiner hofft es und keiner wünscht es sich, aber jedem kann es passieren. Man kommt in das Wohnzimmer oder in die Küche und steht plötzlich vor einem Feuer. Es gibt viele verschiedene Szenarien, die einem wiederfahren können. Erfahren Sie hier alles darüber, wie Sie sich richtig verhalten und helfen können.

 

Wie verhalten Sie sich richtig?

 

Jederzeit kann es einmal passieren, dass es bei Ihnen zu Hause brennt. Viele denken, dass die größte Gefahr von dem Feuer ausgeht, doch die meisten Menschen kommen nicht durch das Feuer ums Leben, sondern durch die hochgiftigen Rauchgase, die bei einem Brand entstehen.

Wir geben Ihnen hier wichtige Tipps, wie Sie sich bei einem Brand richtig verhalten und Verletzungen vermeiden.

Beachten Sie folgendes:

  • Bewahren Sie auf jeden Fall Ruhe und geraten Sie nicht in Panik
  • Rufen Sie sofort die Feuerwehr unter der Nummer 112
  • Versuchen Sie kleine Brände mit einem Feuerlöscher zu löschen -  Bringen Sie sich dabei NIEMALS selbst in Gefahr!
  • Schließen Sie alle Fenster und Türen (soweit möglich), damit das Feuer keinen zusätzlichen Sauerstoff bekommt
  • Warnen Sie Ihre Mitbewohner und Nachbarn
  • Verlassen Sie schnellstmöglich das Gebäude – Falls das nicht möglich ist, begeben Sie sich auf einen Balkon oder an ein Fenster und machen sich bemerkbar
  • Bewegen Sie sich soweit unten wie möglich, falls schon zu viel Rauch im Raum ist
  • Niemals einen Aufzug im Brandfall benutzen
  • Machen Sie sich an der Straße für die Feuerwehr bemerkbar
  • Sagen Sie der Feuerwehr sofort, ob sich noch Personen oder Tiere im Gebäude befinden
  • Sagen Sie der Feuerwehr, wo es brennt und was brennt
  • Lassen Sie sich von einem Arzt behandeln, wenn Sie Rauch eingeatmet haben oder anderweitig verletzt sind

Weitere Informationen über den Umgang und den Einsatz von Feuerlöschern erhalten Sie auf der folgenden Seite unseres Informationsportals: Feuerlöscher / Brandklassen

Verschiedene Brandverhalten

Bericht der Übung der Jugendfeuerwehr vom 20.03.2017:

 

Am Abend des 20.03.2017 stand neben der kurzen Theorieeinheit über verschiedene Arten von Bränden und deren taktisch kluge Bekämpfung auch eine Praxis-Vorführung von verschiedenen Materialien bei der Übung der Jugendfeuerwehr an. 

Nachdem man die verschiedenen Brandmöglichkeiten und richtigen Bekämpfungsmaßnahmen besprochen hatte, wurden die Flüssigkeiten Speiseöl (wie im Haushalt oft üblich in einer Pfanne) und Benzin (in einer Metallwanne) erhitzt/ angezündet, um die jeweilige Bekämpfung des Feuers zu demonstrieren. Alle Vorführungen fanden unter den jeweiligen Sicherheitsvorkehrungen statt. 

 

Bei brennendem Speisefett wurde gezeigt, dass das Auflegen eines Deckels eine erstickende Wirkung hat und dem Feuer den Sauerstoff langsam entzieht. Bei jedoch zu schnellem wieder Abnehmen des Deckels sah man aber auch, dass das Öl, aufgrund der immer noch hohen Eigen-Temperatur, an der Umgebungsluft wieder anfing zu brennen. 

Als man Wasser auf das brennende Öl gab, entstand eine riesige Stichflamme. Das kommt daher, da Wasser ab ca. 100 °C zu Wasserdampft verdampft (1 l Wasser = ca. 1700 l Wasserdampf) und die hohe Temperatur des Öls eine so schlagartige verdampfende Wirkung zeigt, dass sofort eine riesige Menge an Wasserdampf entsteht, der bei seiner Ausbreitung noch kleine brennende Fettteilchen mitreißt und so die riesige Stichflamme erzeugt. 

Somit wurden auch falsche Löschmethoden den Jugendlichen demonstriert und welche Folgen so eine Fehlanwendung haben kann.

 

Bei brennenden Benzin wurde deutlich, dass Wasser als alleiniges Löschmittel in geringen Mengen zunächst keinen Löscheffekt erzielt, da es schwerer als Benzin ist und das brennende Benzin somit auf der Wasserphase schwimmt. Hier wurde ein Pulverlöscher zur Bekämpfung eingesetzt.

 

Als weiteres Beispiel erhitzte man eine Deodorant-Dose in einem speziellen kleinen Metallkäfig. Nach kurzer Zeit flog mit einem lauten Knall der Deckel der Dose ab. Das passiert, da durch die zunehmende Erwärmung von Außen die Temperatur der Gase im Inneren zunimmt. Bei einer Temperaturerhöhung dehnen sich die komprimierten Gase aus, bis der Druck im Inneren zu hoch wird und der Deckel schließlich explosionsartig nach oben gedrückt wird. 

 

Eine neue Erkenntnis konnte man bei einer Dose mit Rasierschaum feststellen. Üblicherweise befindet sich auf solchen Dosen ein Gefahrensymbol, welches die explodierende Wirkung des Inhalts bei äußerlicher Erwärmung anzeigt. Dies war bei diesem Beispiel aber nicht mehr der Fall, obwohl es bis vor ein paar Monaten noch auf solchen Dosen aufgedruckt war. 

Beim Erhitzen flog nämlich, nicht wie bei der Deodorant-Dose, der Deckel ab. Ab einem gewissen Temperaturpunkt schmolz der Deckel und der Schaum tropfte oben aus einer Öffnung hinaus. 

Somit wurde bei diesen Produkten in den letzten Monaten ein besonderer Schwerpunkt auf den vorbeugenden Brandschutz gelegt, um bei solchen Fällen eine Explosion der Dose zu vermeiden. Jedoch sollte man immer noch vorsichtig mit den verschiedenen Produkten umgehen und die Warnhinweise beachten, um Ausnahmen zu vermeiden!

Fotos: FFW Nassau

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